Unser Tipp: Glutenfrei Einkaufen anhand der Zutatenliste

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In unserer großen Facebookgruppe Zöliakie Austausch ist ein Dauerthema das Einkaufen von glutenfreien Lebensmitteln. Seit 2005 müssen in der EU alle Allergene in der Zutatenliste namentlich erwähnt werden. Das erleichtert besonders das Einkaufen von glutenfreien Produkten. Egal ob Discounter, Supermarkt oder Bioladen. Ein Blick auf die Zutatenliste reicht aus und ihr könnt selbst entscheiden, ob das verpackte Lebensmittel glutenfrei ist. Wir haben für euch eine Grafik entwickelt, die euch die notwendigen maximal sechs Fragen zusammenfasst. Und wir zeigen auch, wieso die “Glutencheck- und Was-ist-drin-Apps und Webseiten” gefährlich sind.

Die Allergenkennzeichnung 

Seit 25. November 2005 müssen bei verpackten Lebensmitteln die in der Europäischen Union verkauft werden, alle 14 Hauptallergene namentlich in der Zutatenliste von aufgeführt werden.

Bei unserem Thema Gluten müssen also alle Zutaten genannt werden die Gluten enthalten können. 

Und das sind gar nicht so viele – nämlich nur 15 Zutaten ! 

Die 15 bösen Zutaten sind:

  • Gluten
  • Weizen / Weizenstärke
  • Gerste / Gerstenmalz / Gerstenmalzextrakt
  • Roggen
  • Hafer
  • Dinkel
  • Grünkern
  • Einkorn
  • Kamut
  • Bulgur
  • Emmer
  • Triticale
  • Weizeneiweiß
  • Weizenkleber
  • Seitan

Ihr solltet diese Begriffe lernen bzw. immer dabei haben wenn ihr einkauft.

Auch hinter Begriffen wie (modifizierte) Stärke, Aroma oder E-Nummer darf sich kein Gluten “verstecken”. Dieses muß benannt werden. z.B. Aroma (Weizen).

Wir haben diese 15 bösen Zutaten auf Karten drucken lassen, die man immer im Geldbeutel mitnehmen  oder auch an alle Freunde, Bekannten, im Kindergarten oder an Familienmitglieder verteilen kann.

15 böse glutenhaltige Zutaten

Oder ihr ladet euch kostenlos die Grafik auf euer Smartphone. Übersetzungen der bösen Zutaten in Sprachen wie italienisch, französisch, englisch, holländisch, dänisch, kroatisch und viele andere findet ihr in unserem Merkzettel Artikel.

Ihr könnt nun damit einfach in den Discounter oder den Supermarkt gehen und die Zutatenliste auf den Lebensmittel mit diesen Bezeichnungen kontrollieren.

WICHTIG: Kontrolliert wirklich JEDE Zutatenliste  

Trotzdem gibt es einige Punkte zu beachten.  Zum Beispiel wenn man glutenfreie Weizenstärke oder glutenfreien Hafer nicht verträgt oder wenn das Lebensmittel glutenfreies Getreide enthält das in einer Mühle oder oder Presse verarbeitet wurde (Bsp. Maisgrieß oder Cornflakes)

Glutenfrei Einkaufen nach Zutatenliste
Glutenfrei Einkaufen V2.1

Weil immer wieder Fragen kamen, was man nun zu beachten hat, haben wir eine Grafik erstellt. Diese erklärt euch, welche Fragen ihr euch stellen und beantworten müsst, um sicher zu sein, ob das Produkt glutenfrei ist.

Ein Klick auf die Grafik lädt euch eine große Variante davon.

Alternativ bieten wir euch eine kostenlose PDF Version im DIN A4 Format zum Download an, die ihr auch ausdrucken könnt. 

  1. Wichtig ist, dass diese Regel nur für Produkte gilt, die verpackt sind und in der EU verkauft werden. Das heisst, auch wenn das Produkt in Asien hergestellt wird und in Deutschland verkauft wird, müssen die Allergene aufgeführt werden.
  2. Hat das Produkt keine Zutatenliste, kaufen wir es auch nicht
  3. Wir vergleichen jede Zutat, die wir in der Zutatenliste finden, mit der  Liste der 15 bösen Zutaten. Die Zutatenliste endet mit dem Punkt. Was nach dem Punkt kommt (Spurensatz) ist irrelevant.
  4. Wenn wir eine böse Zutaten finden, müssen wir noch prüfen, ob wir das Wort glutenfrei finden.
  5. Finden wir keine böse Zutat, aber das Produkt hat einen hohen Anteil an Getreide (gemahlen oder gepresst z.B für Mehl, Grieß oder Flocken oder im Ganzen im Müsli), müssen wir auch den Begriff Glutenfrei suchen.
  6. Selbst wenn ihr den Begriff Glutenfrei findet, müsst ihr noch prüfen, ob glutenfreie Weizenstärke / glutenfreie Hafer oder glutenfreier Gerstenmalzextrakt enthalten ist. Es gibt viele Betroffene, die diese Zutaten nicht vertragen.
Karl
Karl gibt sein OK

Mit dieser kurzen Aufstellung solltet ihr oder eure Kinder künftig selbst feststellen können, ob das Produkt glutenfrei ist. Unser Qualitätsmanager “Karl” hat auch schon sein Ok gegeben.  

Diese Vorgehensweise nutzen wir nun schon seit 10 Jahren erfolgreich und haben dadurch eine große Auswahl an glutenfreien Produkten.

Kommt zu uns in die Facebookgruppe Zöliakie Austausch – Dort erhaltet ihr viele weitere Infos zum sicheren glutenfreien Leben – Von der kontaminationsfreien Küche bis zum glutenfreien Urlaub.

Facebookgruppe Zöliakie Austausch
Facebookgruppe Zöliakie Austausch: https://www.facebook.com/groups/zoeliakie.austausch/

Wichtige Zusatzinfos

Seit 2011 gibt es die Verordnung das Stoffe, die Reaktion bei Unverträglichkeiten hervorrufen können, in der Zutatenliste hervorgehoben (z.B. fett, unterstrichen oder farblich unterlegt) werden müssen. Aus unserer Erfahrung gibt es aber noch viele Verpackungen, die das nicht umsetzen. Deshalb lest bitte alle Zutaten durch.

Wenn ihr Produkte mit ganzen Körner von glutenfreien Getreide oder auch Linsen kauft, solltet ihr wie damals Aschenputtel die Körner auslesen. Viele unserer Mitglieder haben dabei schon Fremdkörper gefunden.

Auch Fertigprodukte mit verarbeiteten Linsen als Zutat solltet ihr vermeiden, da die Kontaminationsgefahr bei Linsen sehr hoch ist. Da Linsen meist als Mischkultur gemeinsam mit Getreide (z. B. mit Hafer oder Gerste) angebaut werden, können beim Ernten Fragmente oder Anhaftungen aus dem Getreide zurückbleiben. Darum sind Linsen nicht immer 100 % glutenfrei. (siehe Wikipedia  Linsen)

Es gibt Lebensmittel, die trotz eines Allergens in der Zutatenliste glutenfrei sind. Dazu gehört z.B. Glukose oder Maltodextrin oder auch Glukosesirup. Wenn direkt dahinter Weizen oder Gerste steht, ist das Produkt trotzdem glutenfrei, da Zucker, und dazu gehört Gukose und Maltodextrin, von Natur aus kein Gluten enthalten.

Auch reine Spirituosen aus Weizen oder Gerste, wie zum Beispiel Schnaps, Korn, Whiskey sind glutenfrei. Bei der Destillation bleiben jegliche glutenhaltigen Stoffe zurück und das Endprodukt ist glutenfrei.

Vorsicht bei frisch im Markt hergestellten Produkten

Vorsicht ist aber immer dann geboten, wenn frische „glutenfreie“ Produkte im Laden hergestellt werden und dann dort verpackt werden. Dann müsst ihr die Kontaminationsgefahr selbst einschätzen bzw. bei Unklarheiten das Produkt nicht kaufen.

Es gibt zum Beispiel Backshops, die an sich sichere glutenfreie Backwaren vor Ort aufbacken und dadurch kontaminieren. 

Das Glutenfrei Logo muss ich gar nicht beachten?

Logo AOECS
Symbol glutenfrei AOESC

Mit Sicherheit werdet ihr euch fragen, wieso wir in der Grafik nicht auf das Glutenfrei Zeichen achten. 

Da auch Produkte mit glutenfreier Weizenstärke , mit glutenfreiem Hafer oder glutenfreiem Gerstenmalz das Logo tragen dürfen und es viele Personen gibt, die diese Zutaten nicht vertragen, selbst wenn sie unter der Glutenfrei Grenze (20 ppm) sind, ist das keine Garantie das man das Produkt verträgt. 

Deshalb haben wir uns entschlossen lieber IMMER die Zutatenliste auf dem Produkt zu lesen, um zu überprüfen, ob diese Zutaten enthalten sind.

Wer die glutenfreie Weizenstärke, den glutenfreien Hafer und den glutenfreie Gerstenmalz verträgt darf die Produkte natürlich Essen. 

Und wie ist das mit den Satz “Kann Spuren enthalten?”

Die Zutatenliste endet mit einem Punkt.

Oft findet ihr aber nach der Zutatenliste folgende Bezeichnungen

  • Kann Spuren von Gluten enthalten
  • Enthält Spuren von Gluten
  • Enthält Gluten
  • Spuren: Gluten

 

Dieses sind alles nicht geregelte Sätze ,die grundsätzlich nichts eindeutiges über den Inhalt aussagen und deshalb von uns ignoriert werden. 

Selbst die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung schreibt offiziell:

Wenig nützlich: Hinweise auf Spuren von Allergenen

Die Angabe „kann Spuren von … enthalten“ gehört nicht zur Allergenkennzeichnung. Sie informiert über mögliche Verunreinigungen während der Herstellung und steht aus Gründen der Produkthaftung auf vielen Etiketten. Der Hinweis bedeutet jedoch weder, dass das genannte Allergen im
Produkt enthalten ist, noch dass bei fehlendem Hinweis keine Spuren von allergenen Stoffen enthalten sind. Im Zweifelsfall hilft nur die Nachfrage beim Hersteller. Quelle: Allergenkennzeichnung für Einsteiger, Auflage 3. Auflage, Erscheinungsjahr 2015

Erläuterungen findet ihr auch noch auf unserer Seite zum Merkzettel oder bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft.

Warum sind Scan Apps und Webseiten wie “Was ist drin” und “Das ist Drin” gefährlich ?

Es gibt Apps und Internetseiten, auf denen ihr die Zutaten von Produkten prüfen könnt. Sie sollen euch dann sagen, ob diese Produkte glutenfrei sind. Leider sind die Infos dieser Portale unzuverlässig, da sie nicht die aktuellsten Zutaten von den Herstellern haben.

Sowohl in Discountern, als auch von Markenherstellern gibt es die “gleichen” Produkte mit unterschiedliche Zutaten. Wenn ihr nun den EAN Code scannt, kann die App nicht wissen, was für ein Produkt ihr in der  Hand haltet.

Deshalb müsst ihr IMMER die Zutatenliste auf dem Produkt vor Ort lesen. Auch Internetseiten der Hersteller können übrigens von den Zutatenlisten auf dem Produkt abweichen.

Es gibt selbst regionale Unterschiede in der Zutatenliste der “gleichen” Produkte. 

Erläuterung Zutatenliste
Erasco Zutatenliste

In unserer Facebookgruppe Zöliakie Austausch haben wir schon oft Beispiele für die Problematik der Apps und Webseiten erhalten, die wir auch hier in unserer FAQ verlinkt haben.


Wir hoffen, dass ihr mit unserer Anleitung zum Zutatenlistenlesen mehr Sicherheit beim glutenfreien Einkaufen erhaltet.

Wenn ihr eine Frage zum Vorgehen habt oder noch unsicher seid, könnt ihr auch gerne in unsere Facebookgruppe “Zöliakie Neulinge” kommen. Dort wird den Neulingen bei den täglichen Fragen geholfen.

Hier geht es zur Facebookgruppe Zöliakie Neulinge

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