In unserer Zöliakie-Community begegnen uns immer wieder Berichte über große Herausforderungen bei der glutenfreien Essensversorgung in Kitas, Schulen, Pflegeheimen und Krankenhäusern. Viele Einrichtungen bieten keine sichere glutenfreie Verpflegung an. Das führt dazu, dass Betroffene oder ihre Familien die Essensversorgung selbst organisieren müssen – zusätzlich zu einem ohnehin schon herausfordernden Alltag.
Damit sich das endlich ändert, haben sich sieben engagierte Frauen aus Deutschland zusammengeschlossen und eine Petition an den Deutscher Bundestag vorbereitet. Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG) übernimmt nun die weitere Organisation und Öffentlichkeitsarbeit.
Das Ziel ist klar:
Glutenfreie Versorgung muss auch in Deutschland in Gemeinschaftseinrichtungen selbstverständlich und sicher möglich sein.
Und dafür brauchen wir euch!
Um die Petition erfolgreich beim Bundestag einzureichen, werden 30.000 Unterschriften benötigt. Bis Weihnachten sind bereits 10.000 Unterschriften bei der DZG eingegangen.
Gemeinsam können wir viel bewegen.
Lasst uns zeigen, wie wichtig dieses Thema ist – für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen mit Zöliakie.
In diesem Beitrag erklären wir euch Schritt für Schritt, wie ihr mithelfen könnt und wo ihr unterschreiben könnt.
Inhaltsverzeichnis
- Worum geht’s – die Petition
- Wir brauchen euch!
- Ideen zum Sammeln
- Downloads zum Mitmachen
- Antworten zu oft gefragten Fragen
- Plakate zum Aufhängen
- Weitere Informationen
- Inhalt der Petition für glutenfreie Verpflegung
- Warum sicheres glutenfreies Essen so wichtig ist
- Für Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Zöliakie
- Echte Inklusion ist möglich
- Rechtliche Begründung unserer Forderung
Worum geht’s – die Petition
Eine Gruppe sieben engagierter Personen haben diese Bundestagspetition initiiert. Gemeinsam fordern wir eine sichere glutenfreie Verpflegung in allen Gemeinschaftseinrichtungen:
- uns schützt.
- Ausgrenzung beendet.
- echte Inklusion möglich macht.
Wenn 30.000 Unterschriften erreicht werden, wird die Petiton an den Bundstag weitergegeben.
Wir brauchen euch!
- Teilt diesen Beitrag.
- Sammelt aktiv Unterschriften.
- Erzählt es weiter.
Ideen zum Sammeln
- Nachbarn ansprechen – Erklären den Hintergrund und bitte um eine Unterschrift
-
Familie einbeziehen – Beim Essen oder Familienbesuch. Lass sie sofort unterschreiben.
-
Freunde aktivieren – Sie helfen dir bestimmt die Liste zu füllen
-
Im Verein sammeln – Nutze ein Training oder Treffen, um das Thema zu erklären.
-
Team & Kolleg:innen im Büro fragen – Viele wollen helfen, wenn man fragt.
-
Deine Schulklasse/Studiengruppe informieren – Erkläre die Petition und bitte dann gleich um eine Unterschrift.
-
Im Kindergarten ansprechen – Mach einen Termin mit der Leitung um andere Eltern zu sensibilisieren.
-
Elternabende in der Schule nutzen – Kurz das Thema vorstellen und dann Unterschriften sammeln.
Downloads zum Mitmachen
Auf der Seite der DZG findet ihr eine Unterschriftenliste inklusive Inhalt der Petition. Ladet das PDF herunter und druckt es aus und sammelt damit Unterschriften!
Die ausgefüllte Liste sendet ihr eingescannt als PDF oder per Post zurück an die DZG. Sie muss nicht komplett ausgefüllt sein.

Antworten zu oft gefragten Fragen
- Es gibt KEINE Altersbegrenzung. Jeder, der schreiben kann, kann mitmachen. Jede Person darf aber nur einmal teilnehmen.
- Auch Personen aus anderen Ländern dürfen teilnehmen
- Die Unterschriften werden gesammelt, bis 30.000 erreicht werden. Die Sammlung geht auf jeden Fall bis Februar 2026
- Da für Online Petitionen ab Start eine Frist von 6 Wochen für die Unterschriftensammlung definiert ist, wird zuerst auf Papier gesammelt und erst dann werden nach Erreichen der benötigten Anzahl an Unterschriften die Listen beim Petitionsausschuss eingereicht. Nach Einreichung der beim Petitionsausschuss können dann weitere Teilnehmer online unterzeichnen. Dieses Vorgehen hat größere Erfolgsaussichten als eine reine Online-Unterzeichnung.
Auf Youtube findet ihr ein Interview mit Elisa Dillenberger, bei dem sie den Hintergrund der Petition erläutert: https://www.youtube.com/live/flh5j9PrQ5Y?si=RByYIbgrC8Y-aqeB&t=290
Plakate zum Aufhängen
Weitere Informationen
Auf der Seite der DZG findet ihr weitere Informationen zur Petition und auch Dateien der Plakate zum Download. Die Plakate zum Aufhängen könnt ihr per E-Mail auch bei der DZG anfordern.
Inhalt der Petition für glutenfreie Verpflegung
Warum sicheres glutenfreies Essen so wichtig ist
Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, deren einzige Behandlung in einer lebenslangen strikt glutenfreien Ernährung besteht. Schon geringste Mengen von Gluten können eine Entzündung des Dünndarms mit gravierenden gesundheitlichen Folgen auslösen. Trotz der Schwere der Erkrankung wird Zöliakie in Deutschland oft als harmlose Unverträglichkeit und glutenfreie Ernährung als bloßer Trend abgetan. Dies führt zu mangelndem Verständnis, fehlendem Angebot und unzureichender Beachtung der notwendigen Hygienestandards in Küche und Service.
Für Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Zöliakie
Menschen mit Zöliakie stoßen tagtäglich auf zahlreiche Hürden, da es bislang weder gesetzliche Regelungen noch Verantwortliche gibt, die ihre Inklusion sicherstellen. So wird ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erheblich eingeschränkt. Selbst in öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Schulen, Universitäten, Heimen, Krankenhäusern oder Werkstätten fehlt fast immer ein sicheres glutenfreies Essensangebot. Betroffene müssen daher meist ihr eigenes Essen mitbringen, erleben dadurch häufig Ausgrenzung und essen infolgedessen allein – teils sogar aus Hygiene- oder Haftungsgründen räumlich getrennt. Zudem können insbesondere junge, alte und kranke Menschen die Organisation ihrer Verpflegung nicht selbst leisten. Essen ist nicht nur lebensnotwendig, sondern auch ein wichtiger Teil sozialer Gemeinschaft. Ohne ein Essensangebot werden deshalb Kinder mit Zöliakie ausgeschlossen, Senioren finden kein geeignetes Pflegeheim, und selbst Kliniken bieten häufig keine sichere glutenfreie Verpflegung an. Dies alles widerspricht dem Gedanken der Inklusion und Teilhabe. Zöliakie ist eine anerkannte Behinderung – nach Artikel 3 des Grundgesetztes darf niemand deswegen benachteiligt werden.
Echte Inklusion ist möglich
Andere Länder sind hier bereits weiter: In Italien beispielsweise garantiert ein Gesetz (Nr. 123/2005) den Anspruch auf sichere glutenfreie Mahlzeiten bei öffentlichen und privaten Anbietern von Gemeinschaftsverpflegung. Während Italien damit ein eigenes Gesetz speziell zum Schutz von Menschen mit Zöliakie geschaffen hat, ist auch in Spanien (Ley 17/2011) sowie in Finnland durch den Perusopetuslaki (628/1998) und ergänzende nationale Ernährungsrichtlinien die Bereitstellung sicherer glutenfreier Mahlzeiten in allen öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen verbindlich geregelt. All diese Gesetze tragen entscheidend dazu bei, dass Menschen mit Zöliakie gleichberechtigt am sozialen Leben teilhaben können, ohne gesundheitliche Risiken oder soziale Ausgrenzung. Es ist an der Zeit, dass auch Deutschland diesen Schritt geht.
Rechtliche Begründung unserer Forderung
Bislang fehlt in Deutschland ein verbindlicher gesetzlicher Rahmen für die sichere Bereitstellung glutenfreier Verpflegung in öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen. Da es sich um ein bundesweites
Problem handelt, ist eine einheitliche Regelung auf Bundesebene nötig, um für Bund, Länder und Kommunen klare Vorgaben und Zuständigkeiten zu schaffen. Die Bundesrepublik Deutschland ist
nach der UN-Behindertenrechtskonvention (insbesondere Artikel 9, 19 und 24), nach Artikel 3 Absatz 3 Satz 2 des Grundgesetzes sowie den Zielen des SGB IX verpflichtet, die gleichberechtigte Teilhabe
von Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten. Hierzu gehört auch die Verpflegung in öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen, denn Teilhabe endet nicht am Tellerrand!








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