Was ist Zöliakie?

Zöliakie

Begriffserläuterung

Glutenunverträglichkeit ist ein Überbegriff über verschiedene Arten der Unverträglichkeit gegenüber glutenhaltigen Lebensmitteln.

Darunter gibt es:

  • Zöliakie

    Zöliakie ist eine genetisch verankerte Autoimmunerkrankung des Magen-Darmtrakts. Durch den Kontakt mit Gluten bildet der Körper Antikörper, die sich gegen das eigene Gewebe richten und zur Zerstörung der Darmzotten führen.

  • Glutensensitivität / Glutenintoleranz (Nichtzöliakie-Nichtweizenallergie-Weizensensitivität / Non-Celiac-Glutensensitivity)

    Hat man eine Glutensensitivität treten ähnliche Symptome wie bei der Zöliakie treten auf. Allerdings hat man weder Antikörper noch ist mit der Biopsie eine Zerstörung der Darmzotten zu erkennen.  Hier führt nur eine Glutenvermeidungs-Diät zur Verbesserung des Gesundheitszustands.

  • Weizenallergie

    Weizenallergie löst oftmals Haut- und Atemwegsreaktionen aus, kann aber auch zu Beschwerden im Magen- und Darmtrakt führen. Alle Lebensmittel mit Weizen sind zu vermeiden.  Es ist auch darauf zu achten keine Hautpflegeprodukte mit Weizeninhaltsstoffen zu nutzen.

Unser Hautpthema: Zöliakie

Die Zöliakie (früher: einheimische Sprue ), ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut auf Grund einer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile von Gluten, das ist ein sogenanntes Klebereiweiß das in vielen Getreidesorten (Weizen, Roggen, Dinkel ) vorkommt. Diese Unverträglichkeit bleibt lebenslang bestehen, sie ist zum Teil erblich und kann derzeit nicht ursächlich behandelt werden.

Durch die Einnahme von glutenhaltige Nahrungsmittel entsteht eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut bei der die Zotten zerstört werden. Dadurch können Nährstoffe nur schlecht aufgenommen werden und verbleiben unverdaut im Darm.

Hier mal ein Foto eines zerstörten Dünndarms (oben) und nach 1 Jahr glutenfreier Ernährung unten:

DuenndarmVergleich

Bei manchen Personen wird Zöliakie bereits im Kindesalter festgestellt. Es gibt auch Personen die erst mit 30 Jahren plötzlich keine Produkte mit Gluten mehr zu sich nehmen konnten, ohne Symptome zu bekommen.

Die Diagnose

Blutuntersuchung

Für die Diagnose der Zöliakie/Sprue wird zuerst eine Antikörperbestimmung im Blut durchgeführt. Der Arzt nimmt das Blut und sendet es zum Labor. Dieser kostenlose Test wird immer bei der Erstdiagnose bei Verdacht auf Zöliakie/Sprue eingesetzt. Es ist wichtig sich vor dem Bluttest 6-10 Wochen glutenhaltig zu ernähren, damit überhaupt Antikörper entwickeltwerden können. Die im freien Handel erhältlichen Gluten Schnelltests sind nicht sicher.

Zur detaillierten Erklärung der untersuchten spezifischen Antikörper, besucht bitte die Seite der DZG mit stets aktuellen medizinischen Informationen, die Ihr auch an euren Arzt weitergeben können. DZG Infos zur Diagnose von Zöliakie.

Der Diagnose Flyer der DZG kann als pdf heruntergeladen und dann ausgedruckt werden und hilft auch dem Arzt schnell die richtigen Werte zu kontrollieren um Zöliakie zu diagnostizieren.

Dünndarmbiopsie

Neben der Bluttuntersuchung sollte auch eine Dünndarmbiopsie gemacht werden um die  zerstörten Zotten zu diagnostizieren. Dazu werden vom Mund über den Magen Proben aus dem Dünndarm entnommen die dann im Labor geprüft werden. Teilweise wird dies mit einer lokalen Anästhesie gemacht.

Die Probnen werden dann ins Labor gebgeben und dort wird die Zerstörung der Zotten intrn dem Mikroskop ausgwertet.

Jen nach Zerstörung wird dann eine sogenannten Marsh-Einstufung gemacht. Diese geht von Marsh 0 (keine Zerstörung) bis hin zu Marsh 3c und Marsh 4.

Hier ist ein Link auf die Seite der Medizinisches Versorgungszentrum der überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft für Histologie, Zytologie und Molekulare Diagnostik in Trier die die Zottenattrohpie (Zerstörung der Zotten im Dünndarm) nochmals sehr gut erklärt

Gentest

Es gibt auch einen Gentest für Zöliakie (HLA-DQ2 und HLA-DQ8), der für eine genetische Disposition, das heisst ob man Zöliakie bekommen kann, herangezogen werden kann. WICHTIG: Selbst wenn man die genetische Disposition hat, heisst das NICHT das man auch Zöliakie hat!

Auch bei der Sendung mit der Maus wurde das Thema Zöliakie bereits behandelt. Es gibt ein Video das anschaulich und einfach erklärt was das ist, wie man es diagnostiziert und was man zu beachten hat. Das ist nicht nur für Kinder sehenswert.

ARD Mediathek – Sendung mit der Maus zum Thema Zöliakie

Symptome bei Zöliakie

Infografik_Symptome_Zoeliakie_2015Die Symptome und die Schwere des Krankheitsbildes können sehr unterschiedlich sein, was das Erkennen erschwert. Mögliche Symptome sind Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Depressionen und im Kindesalter kann auch eine verlangsamte körperliche Entwicklung auftreten.

Eine nicht therapierte Zöliakie erhöht die Gefahr Lymphknoten-Krebs sowie wahrscheinlich auch für Karzinome des Verdauungstrakts, insbesondere einem Dünndarmlymphom. Zöliakie geht bei fünf bis zehn Prozent der Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 1 einher.

In 10% der Fälle entstehen auch Hauterkrankungen (Dermatitis herpetiformis Duhring) mit juckenden, symmetrisch auftretenden Bläschen an Ellenbogen, Knie oder Gesäß
Fallweise Zöliakie begleitend sind Schilddrüsenstörungen (3% ), Lebererkrankungen/Autoimmunhepatitis (1%), Diabetes mellitus (3%)

Die Behandlung der Zöliakie besteht derzeit ausschließlich in einer lebenslangen 100%tigen glutenfreien Diät.

Nur durch eine glutenfreie Ernährung können die auftretenden Symptome behoben werden. Stellt man die Ernährung um, treten bei vielen Personen schon nach 3-4 Wochen Verbesserungen ein.

 

Die aufgeführten Informationen stammen teilweise aus persönlichen Erfahrungen von Zöliakiebetroffenen aus der Facebookgruppe “Zöliakie Austausch” und aus Internetquellen (Wikipedia) und können nicht den Besuch eines Internisten/Gastroenterlogen ersetzen, um Zöliakie sicher zu diagnostizieren.

Zöliakie Betroffene in der ganzen Welt – Das “DiseaseMaps” Projekt

Das internationale und mehrsprachige Projekt “Diseasemaps” bietet Betroffenen ein Portal, sich kostenlos einzutragen, andere Betroffene zu finden und auch Spezialisten zu diesem Thema zu finden.
Auch viele Mitglieder unserer Gruppe haben sich dort bereits eingetragen. Man kann seine Daten so anonymisieren das man nur den Ort sieht.

In der Karte seht ihr alle Personen die sich mit Zöliakie eingetragen haben. In der Karte  gibt es auch sogenannte Advisor, also erfahrene Personen, die anderen gerne helfen. Bitte seit aber vorsichtig – Jeder kann sich dort selbst als “Erfahren” eintragen. Wir können keine Verantwortung für die übermittelten Informationen geben. Und gebt auch auf Nachfrage an unbekannte Personen keine persönlichen Infos weiter!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.